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 Modellprojekt „Perspektive Beruf für Asylbewerber und Flüchtlinge“

Für berufsschulpflichtige Asylbewerber_innen und Flüchtlinge (Altersgruppe 16 –25 Jahre) wurden an öffentlichen beruflichen Schulen in Bayern Berufsintegrationsklassen eingerichtet, die von den Schülerinnen und Schülern vor dem Beginn einer Berufsausbildung oder einer weiterführenden Schule besucht werden.

Zu Beginn des Modellprojekts gab es weder geeignetes Lehr- und Lernmaterial sowie Lernvorgaben in Form eines Lehrplans. Das Modellprojekt will diese Lücke schließen und gemeinsam mit insgesamt 21 teilnehmenden Berufsschulen geeignete Best Practice-Beispiele entwickeln und allen Berufsintegrationsklassen zur Verfügung stellen.

Ziel des Modellprojekts

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung, Erprobung und Multiplikation von wirksamen Konzepten und Instrumenten zur Unterrichtung und Förderung von jugendlichen Asylsuchenden und Flüchtlingen in Berufsintegrationsklassen zur optimalen Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf eine Berufsausbildung oder einen anderen anschließenden Ausbildungsweg.

Darüber hinaus werden Hinweise und Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Beschulungsmodells der Berufsintegrationsklassen herausgearbeitet.
An unserer Schule haben sich zwei Arbeitsgruppen gebildet, die sich folgenden Themen widmen: Berufsbilder und Konfliktprävention

Das wollen wir erreichen…

Kritische Reflexion des eigenen Berufswunsches

  • Die Schülerinnen und Schüler steigern den Grad ihrer Selbstreflexion über einen Abgleich eigener sprachlicher und fachlicher Kompetenzen sowie Interessen mit einer Palette an vorhandenen Berufsprofilen
  • Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, einen realistischen Berufswunsch sowie einen alternativen Berufswunsch zu benennen/zu verfolgen

           Bestärken auf dem Weg zum eigenen Berufswunsch

- Stärkung sozialer und personeller Kompetenzen für die Ausbildungsreife

  • Die Schülerinnen und Schüler erkennen die Notwendigkeit von Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen und Geduld als Voraussetzung zum Erreichen eigener Ziele.

- Ausbau sprachlicher Kompetenzen als wichtigste Säule der Ausbildungsreife

  • Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihren eigenen Lernzuwachs mithilfe eines Lernportfolios für den Deutschunterricht sowie eines Schreibportfolios zum Festigen der Begründung für einen Beruf in den Bewerbungsanschreiben. Es wird neben der Selbsttätigkeit eine positive Fehlerkultur geschult. Die Schülerinnen und Schüler sind durch das Anlegen und Sammeln eigener schriftlicher Produkte in ihrem Lernprozess zusätzlich motiviert und bestärkt.
  • Die Schülerinnen und Schüler sollen durch die AG Berufsbilder über sprachlich angepasstes Material auf den Niveaus „leicht-mittel-schwer“ über ausgewählte Berufsprofile informiert werden, die das Interesse der Jugendlichen wecken. Zudem haben ehemalige Schülerinnen und Schüler bereits eine Ausbildung erfolgreich durchlaufen und sind Ansprechpartner.

   Einblick in den betrieblichen Alltag eines Auszubildenden

  • Durch Betriebsbesichtigungen sollen die Schülerinnen und Schüler aktuelle Informationen über die Arbeitsbedingungen Auszubildender sowohl in Werkstätten als auch in mittelständischen kaufmännisch-industriellen Unternehmen im Raum München erhalten
  • Die Entscheidungsfindung für oder gegen einen Ausbildungsberuf wird durch Gespräche zwischen Ausbildern und unseren Jugendlichen vorangetrieben.

Daran arbeiten wir…

Seit August 2016 trägt unsere Schule den Namen „Städtische Berufsschule zur Berufsintegration“. „Berufsintegration“ bedeutet für die AG Berufsbilder, unseren Jugendlichen punktuell einen realistischen Einblick in die Berufswelt über Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit Ausbildern außerhalb des Schulalltags zu vermitteln. Innerhalb des Schulalltags verstehen wir Berufsintegration ebenso wie der Überbegriff der Integration als einen Prozess, der von den Jugendlichen Durchhaltevermögen und Geduld einfordert. Wir bestärken unsere Jugendlichen durch das Herausbilden eines persönlichen beruflichen Ziels darin, die Ausbildungsreife zu erreichen bzw. den Einstieg in die Berufswelt zu schaffen.

Unsere Schülerinnen und Schüler werden daher in den Fächern DaZ, vor allem aber Berufsorientierung und Berufsvorbereitung, mit ausgewählten Berufsprofilen auf einem sprachlich reduzierten Niveau konfrontiert, die sie in den drei Lernwerkstätten unserer Schule in dezentraler Form je nach Interessenslage und sprachlicher Niveaustufe erarbeiten können. Im Unterricht führen unsere Schülerinnen und Schüler zudem Lern- und Schreibportfolios im 1. Jahr, in denen sie wichtige Schreibprodukte, wie die Begründung und Reflexion ihrer Stärken und Fähigkeiten, sammeln.

Motivierendes Material wie etwa ein Artikelbrettspiel zu dem Vokabular eines Berufsprofils eröffnet eine erste spielerische Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Berufsbild. Die gewonnene Erkenntnis über dieses Berufsprofil, die in einem Selbstreflexionsbogen festgehalten wird, prägt die Wahl des späteren Ausbildungsberufs mit.

Das haben wir schon erreicht…

     Unterrichtsentwicklung:

Erstellen, Erproben und Evaluation von Lern- und Schreibportfolios als Lernbegleiter durch das Schuljahr in den BIK/V-Klassen, 1. Jahr

Erstellen, Erproben und Evaluation berufsorientierender Materialien: nach drei Sprachstufen differenzierendes Unterrichtsmaterial zu über 25 Ausbildungsberufen

Personalentwicklung:

Betriebsbesichtigungen auch für Lehrkräfte als Auffrischung bzw. aktuellen Einblick in den Alltag der Betriebe

Organisationsentwicklung:

Räumliche Abwechslung durch Benutzung der drei Lernwerkstätten unserer Schule zur inneren Differenzierung.

Einbezug von Ausbildern zu Informationsgesprächen bei einer Vielzahl an mittelständischen Betrieben für Besichtigungen bzw. Praktika

Kooperation mit städtischen Berufsschulen zum Kennenlernen des System der anschließenden dualen Ausbildung sowie Hospitationen für unsere Schülerinnen und Schüler

 

Verlinkung zur Webseite: http://perspektive-beruf-bayern.de/berufsbilder/